162/00 vom 06.11.2000

Eröffnung des Abraham Geiger Kollegs Potsdam

Ausbildung von Rabbinerinnen und Rabbinern

1942 schlossen die Nationalsozialisten die Hochschule für die Wissenschaften des Judentums in Berlin: das Ende einer Ära, die mit Abraham Geiger ihren Anfang genommen hatte. 1836 hatte dieser die Gründung einer jüdischen-theologischen Fakultät gefordert, um sich im Geist akademischer Freiheit der jüdischen Tradition zu widmen. 1854 wurde - mit Zacharias Frankel als Rektor - das Jüdisch-Theologische Seminar in Breslau geschaffen, 1872 entstand unter Geiger die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, die spätere "Hochschule", in Berlin. 57 Jahre, nachdem die Lichter ausgegangen waren, wurde am 11. August 1999 durch die Gründung des Abraham Geiger Kollegs ein neuer Anfang gemacht: denn ohne Rabbinerinnen und Rabbiner gibt es keine Zukunft jüdischen Lebens auf dem europäischen Kontinent. In der Synthese akademischer Lehre und praktischer Vorbereitung auf das geistliche Amt hat am 12. November 2000 das erste Rabbinerseminar Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg seine Heimat in Potsdam: 200 Jahre nach Entstehen des liberalen Judentums in Deutschland.

Das Abraham Geiger Kolleg wird im Jahr etwa drei bis fünf Rabbinatsabsolventinnen und -absolventen aufnehmen. Der Lehrbetrieb wird voraussichtlich im Wintersemester 2001 beginnen. Ähnlich wie das Leo-Baeck-College in London müssen sich die Bewerberinnen und Bewerber einem Auswahlverfahren unterziehen. Parallel zur Rabbinerausbildung besteht die Möglichkeit, das Studium der Jüdischen Studien an der Universität Potsdam aufzunehmen.

Pressekonferenz
Zeit: am Freitag, dem 10. November 2000, 11.00 Uhr
Ort: Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam, Am Neuen Markt 8, 14467 Potsdam, Seminarraum

An der Pressekonferenz nehmen teil:

  • Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, Rektor der Universität Potsdam
  • Oberrabbiner Prof. Dr. Walter Jacob, (Pittsburgh, USA)
  • PD Dr. Christoph Schulte, Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e.V. an der Universität Potsdam – in Vertretung von Prof. Dr. Julius H. Schoeps
  • Dr. Walter Homolka und Dr. Heinz Rudi Spiegel, Vertreter des Stiftungsfonds des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e.V.

Feierliche Eröffnung am 12. November 2000
Zeit: am Sonntag, dem 12. November 2000, 11.00 Uhr
Ort: Nicolaisaal, Wilhelm-Staab-Str. 10/11, 14467 Potsdam

Um Anmeldung bei Janny Glaesmer, Leiterin des Referates für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit der Universität Potsdam, Tel.: 0331/977-1496, E-Mail: glaesmer@rz.uni-potsdam.de, wird dringend gebeten.

Für inhaltliche Rückfragen steht Ihnen Dr. Elke-Vera Kotowski, Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e.V. an der Universität Potsdam, Tel.: 0331/280-9412, E-Mail: kotowski@rz.uni-potsdam zur Verfügung.

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[ Letzte Aktualisierung 09.11.00 Steffi Knappe]